< Handball SG wird zu HC Vorpommern-Greifswald
Sonntag 25. Juni 2017 22:45 Alter: 6 Monat(e)
Kategorie: Spielberichte Jugend
Von: Dirk Mahlitz

Größtes Handballtalent verlässt den HC Vorpommern-Greifswald


Mit „größtem Nachwuchstalent“ sind nicht in erster Linie die 2,01m des 17-jährigen Christian Simonsen gemeint, sondern vielmehr sein Talent zu verhindern, dass Handbälle ins eigene Tor gelangen. Seit der D-Jugend gehört Christian zu den besten Torhütern in MV und zeichnete sich in der Landesauswahl mehrfach aus. Angefangen hat er mit 11 Jahren beim HC Vorpommern-Greifswald, damals noch Handball SG Greifswald. Eigentlich ist er zufällig im Tor gelandet, so wusste sein Trainer, D.-C. Mahlitz zu berichten: „Christian war gerade dreimal beim Training und wollte Feldspieler werden. Mitten in der Saison ist mein eigentlicher Torwart weggezogen und ich brauchte einen Ersatz. Da Christian damals schon recht hoch aufragte und noch nicht mit den spielerischen Abläufen vertraut war, fragte ich ihn, ob er uns im Tor unterstützen wolle. Er brauchte etwas Überlegung, sagte dann aber zu. Dass dies so bleiben sollte, ahnten wir beide noch nicht.“
Christian spielte für die SG Vorpommern Ausbildungs-Akademie zwei Jahre in der Ostsee-Spree-Liga und unterstützte auch schon die A-Jugend in der OSL.
Nach dem Sichtungslehrgang in Berlin Kienbaum 2016 wurde der Nationaltrainer vom Beachhandball sowohl auf ihn, als auch auf Damian Mahlitz aufmerksam und beide nahmen 2016 an der EM in Portugal teil. In diesem Jahr hatten beide Pech und mussten aufgrund kleinerer Verletzungen zu Hause bleiben.
Christians Leistungen blieben nicht unbeobachtet und größere Clubs kamen auf ihn zu. So wurde er im Februar 2017 zur Probewoche an die DHfK Leipzig und auch zum HSV Hamburg eingeladen. Beide Vereine waren von seinem Können und seiner Bereitschaft überzeugt. Christian entschied sich letztendlich für den SC DHfK und wird in drei Wochen den HC Vorpommern-Greifswald in Richtung Leipzig verlassen.

OZ Interview:
Christian, du wirst nun Greifswald den Rücken zukehren und nach Leipzig ziehen. Ist dir diese Entscheidung leichtgefallen?
„Ich sehe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, da ich mich mit 14 Jahren entschieden habe, den Weg in Richtung Leistungshandball zu gehen. Die anschließenden Jahre forderte ich mich entsprechend und wurde sehr gut beim HC Vorpommern-Greifswald und der Ausbildungs-Akademie SG Vorpommern gefördert. So konnte ich diese Jahre noch hier in Greifswald bleiben. Jetzt ist es an der Zeit, den nächsten Schritt in eine Bundesligahochburg zu gehen. Deshalb freue ich mich über die Zusage aus Leipzig, zumal ich dort mit Elias Gansau gemeinsam starte, der dort auch kommende Saison spielen wird. Wir haben gemeinsam in Greifswald das Handballspielen gelernt, viele Jahre in der Ausbildungsakademie zusammen gespielt, bevor Elias mit 14 Jahren nach Rostock ging.
Weinend, weil ich hier viele Freundschaften geschlossen habe und da ich nun nicht mehr bei meiner Familie sein werde. Aber ich möchte nicht alle Brücken abbrechen, sondern so oft wie möglich die Chancen nutzen nach Greifswald zukommen und werde auch dem HC Vorpommern-Greifswald als passives Mitglied erhalten bleiben.“

Christian, wie sieht das deine sportliche Familie?
„Meine Eltern und meine 3 Brüder haben mich sehr unterstützt. Immer wenn es ging, haben sie mich zu den Spielen begleitet und teilten meine Begeisterung. Meine Entscheidung, nach Leipzig zu gehen, tragen sie voll mit.“

Was würdest du jungen leistungsorientierten Handballsportlern raten?
 „Ich würden ihnen raten, diesen Sport zu leben mit all seinen Facetten, wie mannschaftlicher Geschlossenheit, hartem Training, Erfolgen und auch Niederlagen. Dafür bietet der HC Vorpommern-Greifswald mit der Ausbildungs-Akademie SG Vorpommern und in Zusammenarbeit mit den Schulen ideale Bedingungen, um lange auf höchstem Niveau trainieren, spielen und trotzdem in Greifswald bleiben zu können. Ich konnte mir immer der unmittelbaren Unterstützung meiner Familie und meiner Freunde, sowie der Trainer gewiss sein. Mit 17 Jahren gehe ich jetzt gestärkt und auch neugierig in die Ferne.“
Eine letzte Frage, was waren bisher deine schönsten Momente im Handballsport?
„Gerne erinnere ich mich an den Aufstieg in die Ostsee-Spree-Liga, insbesondere an den Zusammenhalt in der Mannschaft und die daraus entstandenen Freundschaften zu einzelnen Mitspielern, von denen ich hoffe, dass sie trotz der Entfernung erhalten bleiben. Darüber hinaus war die Teilnahme an der Europameisterschaft für mich ein besonders schönes Erlebnis, welches ich mit Damian teilen konnte.
Dass für mich jedes Training Herausforderung und Freude zugleich war, habe ich besonders meinem Trainer Dirk Mahlitz zu verdanken, der mir und uns mit genauso viel Begeisterung das Handballspielen beigebracht hat. Auch das wöchentliche Torwarttraining mit Christian Spieleder und die Unterstützung der Ahlbecker Trainer haben dazu beigetragen, dass ich nun diesen Schritt gehen kann.“

Dann bleibt mir (uns) nur, dir viel Glück und Erfolg auf deinem Weg zu wünschen und zu hoffen, dich einmal auf einer Stippvisite in Greifswald als Profi interviewen zu können.


 

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