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Donnerstag 18. Januar 2018 13:49 Alter: 273 Tag(e)
Von: Mayk Schulz

Erfahrenster Greifswalder Handballer feiert Geburtstag


Der älteste im Punktspielbetrieb aktive Handballer der Hansestadt Greifswald feiert am kommenden Wochenende seinen 65. Geburtstag. Seit über 50 Jahren hat sich Dr. Hartmut Mittelstädt dem klebrigen runden Leder verschrieben. In seinen  46 Jahren in Greifswald hat er mehr als 1400 Handballspiele im Tor bestritten, davon knapp 500 Einsätze für die 1. Männermannschaft und er denkt noch lange nicht ans Aufhören.

Herr Dr. Mittelstädt, wie sind Sie zum Handball gekommen?

Angefangen habe ich als 11jähriger in Angermünde. Anfang der 70er Jahre bin ich durch mein Studium nach Greifswald gekommen. Von Beginn an war ich dann bei der Sektion Handball der Universität aktiv. Später bin ich zur Handball SG gewechselt und spiele derzeit für den HC Vorpommern-Greifswald, wo ich mich im Übrigen sehr wohl fühle, weil hier viele engagierte Sportfreunde die Greifswalder Handballtradition auf einer breiten Basis fortführen.

Haben Sie nicht auch mal ans Aufhören gedacht?

Nicht eine Sekunde lang. Glücklicherweise bin ich von langwierigen Verletzungen verschont geblieben bzw. habe sie gut überstanden. Natürlich zwickt es inzwischen mal hier und mal da, aber die sportliche Betätigung hält mich fit. Und ich habe immer noch Freude daran, mit meiner Leistung meine Mannschaft und meinen Verein bestmöglich zu unterstützen. 

Mangelt es denn an Nachwuchs, dass sie immer noch ran müssen?

Ganz im Gegenteil. Unser Verein hat in den vergangenen Jahren eine exzellente Nachwuchsarbeit aufgebaut. Schließlich hat es mit Christian Simonsen schon der erste Greifswalder bei der DHfK Leipzig bis in die Bundesliga geschafft. Ich gebe auch gerne meine Erfahrungen an die jungen Torwarte weiter. Dazu trainiere ich mehrere Nachwuchstorhüter einmal pro Woche in einem speziellen Torwarttraining. 

Können Sie sich noch an ihr schönstes Erlebnis auf der Platte erinnern?

Da kann ich kein spezielles Spiel benennen. Sicher gab es die eine oder andere Partie, bei der ich durch eine gute Torhüterleistung zum Erfolg der Mannschaft beigetragen habe. Viel Freude hat mir aber immer der Kontakt zur isländischen Handballnationalmannschaft gemacht. Häufig habe ich die Spieler betreut, wenn sie in Deutschland gespielt haben. Dabei habe ich auch einen engen Kontakt zur isländischen Trainerlegende Alfred Gislason aufgebaut. Dieser hat mit Magdeburg und Kiel schon die Champions League gewonnen. Gerne denke ich auch an das Training und ein paar Spiele auf Island mit HK Kópavogur und Fram Reykjavík zurück. Das war schon speziell und hat besonders viel Spaß gemacht.

Apropos Nationalmannschaft, verfolgen Sie auch die aktuell stattfindende EM?

Natürlich, vor allem die Spiele der deutschen und der isländischen Nationalmannschaft, letztere ist aber leider schon ausgeschieden. Allerdings ist es nicht so, dass ich meinen kompletten Terminplan danach ausrichte. Wenn eine Trainingseinheit ansteht, hat diese natürlich Priorität.

Sie waren viele Jahre auch als Schiedsrichter aktiv und haben fast alle Sporthallen im Land gesehen. Denken Sie auch gerne an diese Zeit?

Der Einsatz als Unparteiischer war und ist nicht immer leicht. In den letzten Jahren hat sich das Gesicht des Handballspiels deutlich verändert. Die Regeländerungen der vergangenen Jahre haben dazu geführt, dass das Spiel schneller und dynamischer geworden ist. Hinzu kommt, dass die Atmosphäre in den Hallen leider nicht immer sportlich fair bleibt. Da sind natürlich auch die Schiedsrichter immer mehr gefordert.

Wie sehen ihre sportlichen Pläne für die Zukunft aus?

Ich werde auf jeden Fall der 3. Männermannschaf des HC Vorpommern-Greifswald für den Rest der Saison zur Verfügung stehen, denn in der Bezirkssliga stehen noch einige Spiele auf dem Plan. Vielleicht bekomme ich auch noch Einsatzzeiten im Bezirkspokal. Da sind wir noch im Titelrennen. Sofern die Gesundheit es zulässt, werde ich auch noch in der nächsten Saison im Greifswalder Tor stehen, denn das Feuer für den Handball brennt noch immer.


 

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